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Baltische Historische Kommission

Die Baltische Historische Kommission (BHK) wurde 1951 in Göttingen gegründet. Gegenwärtig gehören ihr fünf Ehrenmitglieder, rund 60 ordentliche und 40 korrespondierende Mitglieder an, letztere vornehmlich aus den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die Mitgliedschaft wird durch Zuwahl erworben. Vorsitzender der BHK wurde bei ihrer Gründung Reinhard Wittram; ihm folgten 1973 Georg von Rauch, 1979 Gert von Pistohlkors und 2007 Matthias Thumser.

 

Die BHK versteht sich als eine wissenschaftliche Gesellschaft, deren wichtigste Aufgabe in der Erforschung der baltischen Geschichte liegt. Das historische Interesse an der deutschen Bevölkerungsgruppe im Baltikum bildet dabei vielfach den Ausgangspunkt, ist aber nicht konstitutiv. Gegenstand ist letztlich die Beschäftigung mit der baltischen Geschichte als Ganzes, betrieben aus den verschiedensten Perspektiven und in all ihren Epochen. Substantiell ist für die BHK die intensive Zusammenarbeit von Historikern in Deutschland und in den baltischen Staaten. Diverse Kooperationen, eine Vielzahl von persönlichen Kontakten und nicht zuletzt die große Zahl von Mitgliedern aus dem Baltikum stehen für die grundsätzliche Offenheit der BHK.

 

Die BHK gibt drei Publikationsreihen heraus, in der Mitglieder, aber auch Außenstehende Arbeiten aus dem Bereich der baltischen Geschichte veröffentlichen können. Zudem beteiligt sie sich an der Herausgabe der Zeitschrift "Forschungen zur baltischen Geschichte". Zur wissenschaftlichen Tätigkeit der BHK gehört weiterhin die Durchführung von derzeit zwölf Forschungsprojekten, darunter einer Reihe von Editionsvorhaben. Bereits seit 1947 finden in Göttingen die Baltischen Historikertreffen statt, bei denen, traditionell am Wochenende nach Pfingsten, anhand von Fachvorträgen jeweils ein ausgewähltes Thema der baltischen Geschichte vor einer breiteren Öffentlichkeit behandelt wird.